Falsche Propheten

Was der Agitator meint

Meine Freunde, wir leben in einer Welt der Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Wer immer glaubt, daß dieser Zustand sich je ändern wird, je geändert werden könnte, ist ein Narr oder Lügner. Unterdrückung und Ungerechtigkeit sind – wie Krieg und Hungersnot – die Begleiterscheinungen der menschlichen Existenz. Idealisten, die dies leugnen, belügen sich selbst – schlimmer noch: sie führen euch an der Nase herum. In Gesten humaner Brüderlichkeit zu schwelgen, ist nur ein Köder für Einfaltspinsel und Dummköpfe, die sich dadurch von ihrem rechtmäßigen Anteil an der heutzutage vorhandenen Beute abhalten lassen. Sagt euch nicht eure eigene Erfahrung, daß ihr für euren Idealismus immer habt zahlen müssen? Seid praktisch Die Welt ist die Arena eines erbarmungslosen Überlebenskampfes. Warum solltet ihr nicht auf der Seite derer sein, die profitieren?
Anstatt mit den Unterdrückten und Leidenden gemeinsame Sache zu machen, schließt euch mir an. Ich verspreche euch weder Frieden noch Sicherheit, noch Glück. Ich erzähle euch nichts von Individualität – was immer das Wort bedeuten mag. Ich verachte solche Schlagworte, wenn ich sie auch gelegentlich, wenn’s paßt, selbst verwende.
Wenn ihr euch mir anschließt, verbündet ihr euch mit Kraft, Stärke und Macht – den Waffen, die am Ende alle Streitigkeiten entscheiden. Ich biete euch Prügelknaben an – Juden, Radikale, Plutokraten und sonstige Kreaturen, die unsere Fantasie erfinden kann. Ihr könnt sie beschimpfen und schließlich verfolgen. Worin besteht der Unterschied? Es ist ja gleichgültig. Es kommt ja nicht darauf an, daß sie eure wahren Feinde sind, solange ihr sie ausplündern und eure Wut an ihnen auslassen könnt.
Ich biete euch nicht eine Utopie, sondern einen realistischen Kampf um den Knochen im Maul des anderen Hundes; das ist unser Programm. Nicht Frieden, sondern ständiger Kampf ums Überleben. Nicht Überfluß, aber den Löwenanteil. Könnt ihr, wenn ihr realistisch seid, mehr erwarten?
Um das zu erreichen müßt ihr mir folgen. Wir wollen eine Bewegung des Schreckens organisieren. Wir werden uns mit den Mächtigen verbünden, um einen Teil ihrer Privilegien zu gewinnen. Anstatt Gefangene werden wir Polizisten sein. Und ich bin euer Führer. Ich werde für euch denken und euch sagen, was zu tun ist. In meiner Führerrolle werde ich euch euer Leben vorleben, und ich werde euer Beschützer sein. In der Hölle meiner Erbarmungslosigkeit winkt euch ein trautes Heim.

Quelle:

Leo Löwenthal Schriften. 5 Bände – Band 3: Falsche Propheten

Haymarket!

130 Jahre Haymarket-Massaker. Demo am 29.4. in Berlin.

Es hilft nun keine Selbsttäuschung und kein Schöngerede mehr: Jene Demonstration, die sich selbst überschätzend als revolutionäre Massenmanifestation betrachtet, hat nun 2016, pünktlich zum 130. Jahrestag des Haymarketmassakers endgültig ihren politischen Bankrott erklärt.

In den letzten Jahren zum einem wandelnden MyFest herabgesunken, auf dem nur noch konsumiert wurde, ob es nun das kalte Bier aus dem Späti am Rand der Route war oder die pseudo-kämpferischen Reden vom Party-Truck herab, die von der nachlatschenden Masse hastig eingeatmet werden, ohne in den Köpfen und Herzen eine dauerhafte Wirkung zu entfalten, wankte die 18 Uhr Demo schon die letzten Jahre wie ein trauriger und verzweifelter Humunkulus durch ein kilometerlanges Spalier sensationsgeiler AmateurfotografInnen.

Mal ins „Herz der Bestie“ ziehend, um dann als Teppichvorleger Unter den Linden zu landen, mal endlos durch Kreuzberg torkelnd, um den verräterischen Stiefgeschwistern der Sozialdemokratie zu zeigen, wo der revolutionäre Nothammer hängt. Da hat sich in den letzten Jahren etwas im wahrsten Sinne totgelaufen. Die jüngsten Ereignisse machen es einmal mehr deutlich: Der 1. Mai braucht eine Art Neustart, vielleicht auch eine Rückbesinnung, die die heutigen Zustände mitdenkt, sie miteinander verknüpft.Was vor 130 Jahren galt, als die Streikenden bei McCormick zusammengeschossen wurden, als die Demonstration auf dem Haymarket von der Polizei in ein Blutbad verwandelt wurde, das gilt auch heute noch:

„Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!“

Man kann auch nicht ewig wie ein Stück Vieh, mag es sich auch noch so sehr als revolutionär betrachten, hinter einer Handvoll Menschen hinterrennen, die sich selbst als Speerspitze einer revolutionären Veränderung betrachten und dabei doch nur ihren Fame und ihren Anspruch auf Führerschaft im Auge haben. Für eine vollständige Umwerfung der ritualisierten Maidemonstration mag es in diesem Jahr zu spät sein, aber nichtsdestotrotz brennt in nicht wenigen Menschen der Wunsch, dass es eine Alternative geben möge, um, besonders im 130. Jahr nach dem Haymarket-Massaker, ein Zeichen zu setzen, denn es geht auch anders.   Wir haben trotz allem Elend noch immer die Chance, einen gemeinsamen libertären Anfang zu machen. Verbünden wir uns gegen den an Fahrt aufnehmenden nationalistischen Rechtsruck in Europa, die soziale Entwürdigung der Menschen als „MieterInnen“ von Wohnungen, „Illegale“ mit unzureichenden Visa-Status oder „ArbeitnehmerInnen“ in der Arbeitswelt.

Organisieren wir uns gegen den voranschreitenden Aufbau einer polizeilichen Sicherheitsgesellschaft, die neben der offenen Repression auf „smarte“ bürgerliche Selbstkontrolle setzt. Unterdrückende Konzepte wie Nation, Autorität und fixe Geschlechterrollen scheinen wieder attraktiv zu sein, weil sie den Angsterfüllten sowas wie Verwurzelung verkörpern und vermeintlich klare Grenzen ziehen. Einer freiheitlichen Gesellschaft, in der die Menschen nicht mehr anderer Menschen Herren oder Knechte sind, stehen sie im Wege. Sie müssen beiseite treten. Dazu müssen wir eine entschlossene freiheitliche und antikapitalistische Antwort finden.

À bas l’état, les flics et les patrons!

Deshalb werden all jene, die sich den Idealen des 1. Mai 1886 auch noch 2016 verbunden fühlen, dazu aufgerufen, sich am Freitag, dem 29.4., um 19:30 Uhr auf dem Hermannplatz in Neukölln zu versammeln. Wenn ihr mögt, dann bringt schwarze und schwarz-rote Fahnen mit und überlegt euch passende (neue) Parolen, denn es ist eure Demo und ihr gestaltet sie ohne Beschallung von vorne. Der Endpunkt der Demo am Görli bietet die Gelegenheit danach ein Bierchen oder was alkoholfreies zu trinken.

Auf der Demo sollten kein Alk und keine Drogen konsumiert und keine Bollerwagen, National- und Parteifahnen und dergleichen mitgeführt werden. Für die Anarchie und so.

Demoroute: Hermannplatz – Kottbusser Damm – Kottbusserstraße – Kotti – Adalbertstraße – Oranienstraße – Skalitzerstraße Ecke Spreewaldplatz

Quelle:

http://haymarket.blogsport.eu/2016/04/25/130-jahre-haymarket-massaker-demo-am-29-4-in-berlin/#comment-2

Aufruf zur Demo am 6.2 in Berlin!

Nach den Ereignissen der letzten Tage in der Rigaerstr. und Umgebung, hier noch ein kleiner Aufruf von ZielSFA!

Nachts im sympathischen „Gefahrengebiet“:

„Bullen springen aus der Wanne, verdrehen dir den Arm,

schleppen dich unter die nächste Laterne und prüfen deine Personalien.

Du fühlst dich ohnmächtig und wütend!“

 

Bekämpfe deine Ohnmacht! Zeige deine Wut!

WIR BLEIBEN ALLE!

 

In Solidarität mit den Projekten in der RIGAERStr., im Nordkiez und in ganz FRIEDRICHSHAIN!

UNSERE SOLIDARITÄT GEGEN IHRE REPRESSION!

Am 06.02.16 (Rummelplatz / Gürtelstraße Ecke Wiesenweg / 17:00) hinaus auf die Straße!

Grüße an #Rigaer94 / #HG_M99 / #Köpi / #Friedel54 u. nach #Connewitz!

 

ONE STRUGGEL! ONE FIGHT!

DIE LETZTE SCHLACHT GEWINNEN WIR!

Rassismus bekämpfen, immer und überall!

Was ist Rassismus?

Die Dressur des Menschen, bzw. die Transformation vom Fremdzwang zum Selbstzwang hin zu einem vor Disziplin triefenden Menschen.

Ein Mensch der zum Beispiel der Lust auf Faulheit entsagt und sich ganz dem Arbeitseinsatz widmet, opfert sich (erinnert an Nationalismus) dem Fortschritt und der Kapitalakkumulation für welche er notwendig aber stets austauschbar ist.

Dies nur um in einer kapitalistischen Gesellschaft, nicht zu denen zu gehören, welche nicht gebraucht, arbeitslos oder sogar komplett aussortiert sind!

So projiziert man all seine Entbehrungen auf das Fremde, was man dadurch hasst!

P.S.: Danke an Thomas Ebermann, Anregungen aus folgendem Video!

Malcolm X:  „You can’t have capitalism without racism.“

Nationalismus raus aus den Köpfen!

Was ist Nationalismus?

Der Mensch ist im Kapitalismus eine lebende Irrelevanz, er ist ersetzbar, austauschbar, er ist Humankapital. Er ist ein Anhängsel bzw. Bedienungsinstrument der Maschine Kapitalismus, wenn er stirbt wird er verscharrt!

Die Menschen in kapitalistischen Gesellschaften sind sich ihrer Unwichtigkeit bewusst!

Dies macht ihn bereit Opfer zu bringen, für die Nation, in welcher er niemals alleine sein wird und relativ privilegiert gegenüber dem Ausländer ist.

Nationalismus führt dazu, nicht die einen selbst erniedrigenden Verhältnisse überwinden zu wollen, sondern sich für die vermeidliche Gemeinschaft zu opfern!

P.S.: Danke an Thomas Ebermann, Anregungen aus folgendem Video!